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Das Licht der Kerze teilen: ein Morgenkreis mit Geschichte, Spiel und Basteln

Kind hält eine brennende Kerze in den Händen

Ein Morgenkreis für ein warmes Licht

Stell dir eine kleine Flamme vor, die ganz allein auf einem Tisch brennt. Und jetzt stell dir vor, diese Flamme gibt ihr Licht an eine zweite Kerze weiter – und wird dabei nicht kleiner. Genau darum soll es heute im Morgenkreis gehen: um ein Licht, das wächst, je mehr man es teilt. Wir hören dazu eine kurze Geschichte, bewegen uns wie ein wanderndes Licht im Kreis und basteln am Ende unsere eigene kleine Kerze zum Mitnehmen.

Die Geschichte

In einem Raum stand eine einzige Kerze. Sie brannte ruhig und leuchtete in die Dunkelheit hinein. Ein Kind kam vorbei und fragte leise: „Kann ich mir ein bisschen von deinem Licht holen? Ich habe auch eine Kerze, aber sie ist noch nicht angezündet.“ Die brennende Kerze sagte: „Natürlich. Komm ganz nah.“ Das Kind hielt seinen Docht an die Flamme, und schon brannten zwei Kerzen – beide gleich hell. Die erste Kerze war kein Stückchen kleiner geworden.

So ging es weiter. Ein zweites Kind kam, dann ein drittes, dann noch mehr. Jede neue Kerze holte sich ihr Licht von einer schon brennenden – und jede, die ihr Licht weitergab, blieb genauso hell wie vorher. Am Ende leuchtete der ganze Raum, obwohl am Anfang nur eine einzige kleine Flamme gebrannt hatte. Teilen hatte das Licht nicht kleiner gemacht. Es hatte es größer gemacht.

Das Bewegungsspiel: Das Licht wandert im Kreis

Für dieses Spiel braucht ihr keine echte Kerze – ein kleiner, weicher Ball, ein Kissen oder sogar nur die eigenen Hände reichen als „Licht“ völlig aus.

So wird gespielt: Alle Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind hält das „Licht“ (zum Beispiel den Ball) in beiden Händen vor sich. Es flüstert dem Kind neben sich leise einen warmen Wunsch zu – etwa „Ich wünsche dir einen schönen Tag“ oder „Ich freue mich, dass du da bist“ – und reicht ihm dabei vorsichtig das „Licht“ weiter. Das nächste Kind nimmt es an, bedankt sich kurz und flüstert seinerseits einen Wunsch an die nächste Person weiter. So wandert das „Licht“ einmal ganz um den Kreis herum, bis es wieder beim ersten Kind ankommt. Für eine Gruppe von zehn bis fünfzehn Kindern dauert das etwa fünf bis acht Minuten – genug Zeit, damit jedes Kind einmal etwas Freundliches sagen und hören darf.

Wichtig ist das langsame, ruhige Tempo: Je leiser und bedachter das „Licht“ weitergereicht wird, desto mehr fühlt es sich wirklich wie ein kleines, kostbares Geschenk an.

Die Bastelarbeit: Kerze aus Transparentpapier

Ihr braucht: leere Klopapierrollen oder kleine Pappröhren, gelbes, oranges und rotes Transparentpapier, Schere, Klebestift, ein Stück gelbes oder weißes Papier für die Flamme, evtl. ein kleines batteriebetriebenes Teelicht zum Hineinstellen.

So geht’s:

1. Jedes Kind beklebt seine Pappröhre rundherum mit kleinen, unregelmäßigen Schnipseln aus gelbem, orangem und rotem Transparentpapier – wie ein bunter Flickenteppich aus warmen Farben.
2. Aus einem Stück gelbem oder weißem Papier wird eine einfache Flammenform ausgeschnitten.
3. Die Flamme wird oben an der Innenseite der Röhre festgeklebt, sodass sie ein kleines Stück herausragt.
4. Wer möchte, stellt zum Schluss ein kleines batteriebetriebenes Teelicht in die Röhre – dann leuchtet die selbst gebastelte Kerze sogar wirklich, ganz ohne offenes Feuer.

Diese Bastelarbeit eignet sich wunderbar, um sie mit nach Hause zu nehmen und dort als kleine Erinnerung an den Morgenkreis aufzustellen.

Der Abschluss

Zum Schluss könnt ihr euch noch einmal kurz an den Anfang der Geschichte erinnern: Ein Licht wird nicht kleiner, wenn man es teilt. Vielleicht mag jeder reihum einen Satz sagen, der mit „Ich teile heute gern …“ beginnt – ein Lächeln, eine Hilfe, ein gutes Wort. Dann wird es gemeinsam still für ein paar Atemzüge, bevor der Morgenkreis endet.

Ich wünsche euch einen Morgenkreis voller warmer, geteilter Momente.
Laura

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