Kita-Raum · Ideen & Wissen
Die Taube mit dem Ölzweig: ein Morgenkreis mit Geschichte, Spiel und Basteln

Ein Morgenkreis von einer Taube, die Hoffnung bringt
Kennst du das Gefühl, wenn man auf eine gute Nachricht wartet und sich riesig freut, wenn sie endlich kommt? Genau darum soll es heute im Morgenkreis gehen: um eine kleine, tapfere Taube, die mit einem grünen Zweig im Schnabel zurückkommt – und damit allen zeigt, dass die schwere Zeit vorbei ist. Wir hören eine kurze Geschichte, spielen ein flatteriges Bewegungsspiel und basteln am Ende unsere eigene Taube.
Die Geschichte
Vor sehr langer Zeit gab es eine Geschichte von einem großen Regen, der tagelang und tagelang nicht aufhören wollte. Ein Mann namens Noah hatte mit seiner Familie und ganz vielen Tieren auf einem großen Schiff Schutz gefunden. Das Wasser stand so hoch, dass man von überall nur Wasser sehen konnte. Niemand wusste, ob irgendwo noch trockenes Land übrig war.
Eines Tages öffnete Noah ein kleines Fenster im Schiff und ließ eine Taube hinausfliegen. Die Taube flog und flog über das viele Wasser – aber sie fand keinen Ast und keinen Stein, um sich auszuruhen. Also kehrte sie zum Schiff zurück. Ein paar Tage später ließ Noah die Taube noch einmal hinausfliegen. Dieses Mal kam sie mit etwas Grünem im Schnabel zurück: einem kleinen, frischen Zweig von einem Ölbaum! Das war ein wunderbares Zeichen. Es bedeutete: Irgendwo gibt es wieder Land, auf dem Bäume wachsen und grüne Blätter sprießen. Die schwere Zeit auf dem Wasser würde bald vorbei sein. Alle auf dem Schiff freuten sich riesig über die kleine Taube, die ihnen mit ihrem Zweig Hoffnung gebracht hatte.
Das Bewegungsspiel: Flatter-Lauf
Jetzt dürfen alle Kinder selbst zu Tauben werden, die über das weite Wasser fliegen und nach Land suchen.
So geht’s:
Die Kinder stehen verteilt im Raum. Auf das Zeichen „Die Taube fliegt los!“ laufen alle Kinder leicht und leise auf Zehenspitzen durch den Raum und schwingen dabei ihre Arme wie Flügel. Ruft die Begleitperson „Kein Land in Sicht!“, bleiben alle Kinder stehen, schauen sich suchend um und schütteln traurig den Kopf. Ruft sie dagegen „Ein grüner Zweig!“, bleiben alle Kinder stehen, strecken beide Arme nach oben und jubeln leise „Hurra!“. Danach geht das Flattern wieder weiter. Das Spiel dauert etwa fünf bis acht Minuten und kann je nach Gruppe mehrmals wiederholt werden – schneller oder langsamer, mit mehr oder weniger Pausen.
Die Bastelarbeit: Taube aus Papier
Das braucht ihr: weißes oder hellblaues Papier, eine Papierschablone in Taubenform (oder frei Hand gemalt), Scheren, grünes Tonpapier für den kleinen Zweig, Klebstoff, ein Wackelauge oder einen schwarzen Stift für das Auge.
So geht’s:
Zuerst wird die Taubenform auf das weiße Papier übertragen und ausgeschnitten (bei den Kleinsten schneidet die Begleitperson vor oder hilft mit). Dann wird aus dem grünen Tonpapier ein kleiner, schmaler Zweig mit zwei oder drei Blättchen ausgeschnitten. Der Zweig wird so an den Schnabel der Taube geklebt, dass es aussieht, als würde die Taube ihn gerade tragen. Zum Schluss bekommt die Taube noch ein Auge aufgeklebt oder aufgemalt. Wer möchte, kann die Taube an einem Faden aufhängen, sodass sie im Raum „fliegt“.
Der Abschluss
Zum Abschluss hält jedes Kind kurz seine fertige Taube in den Händen. Gemeinsam wird leise gesagt: „Kleine Taube, flieg und bring uns ein gutes Zeichen.“ Dann darf jedes Kind einmal leise pusten, als würde es die Taube auf die Reise schicken.
Manchmal braucht Hoffnung nur einen kleinen grünen Zweig, um gesehen zu werden. Ich wünsche euch einen Morgenkreis voller leichter Flügel und froher Gesichter.
Eure Laura