Kita-Raum · Ideen & Wissen
Der Schmetterling als Zeichen des neuen Lebens: ein Morgenkreis mit Geschichte, Spiel und Basteln

Ein Morgenkreis über Verwandlung
Habt ihr schon einmal eine Raupe gesehen, die sich ganz langsam über ein Blatt schiebt – und wisst, dass aus ihr irgendwann ein Schmetterling wird? Genau darum soll es heute im Morgenkreis gehen: um einen kleinen, unscheinbaren Anfang, aus dem am Ende etwas ganz Neues und Schönes entsteht. Wir hören eine kurze Geschichte, flattern selbst wie Schmetterlinge durch den Raum und basteln uns am Ende unseren eigenen bunten Falter.
Die Geschichte
Es war einmal eine kleine Raupe, die auf einem grünen Blatt lebte. Sie war nicht besonders schnell und nicht besonders schön – sie konnte nur langsam krabbeln, Tag für Tag, immer über dasselbe Blatt. Manchmal schaute sie zum Himmel hoch, wo die Schmetterlinge leicht und bunt von Blume zu Blume flogen, und dachte: „Wie schön muss es sein, so fliegen zu können.“
Eines Tages spürte die kleine Raupe, dass sie müde wurde. Ganz müde. Sie suchte sich ein ruhiges Plätzchen an einem Ast und spann sich dort ein, wie in eine kleine, warme Decke. Von außen sah es aus, als würde gar nichts passieren – nur ein kleines, stilles Päckchen hing da am Zweig. Aber in diesem Päckchen geschah etwas sehr Geheimnisvolles: Die Raupe verwandelte sich, ganz langsam, in etwas Neues.
Nach einiger Zeit öffnete sich das Päckchen. Und heraus kam kein Raupe mehr – sondern ein wunderschöner Schmetterling mit bunten Flügeln! Er streckte seine Flügel in der Sonne aus, wartete, bis sie ganz trocken waren, und flog dann hinauf in den blauen Himmel. Aus dem kleinen, langsamen Anfang war etwas Großes und Leuchtendes geworden. Und manchmal, so erzählen es sich die Menschen, ist das bei uns genauso: Auch wenn etwas gerade ganz klein oder ganz still aussieht, kann daraus etwas Wunderschönes wachsen.
Das Bewegungsspiel: Der Flattertanz
Nach der Geschichte dürfen alle Kinder selbst zu Raupen und Schmetterlingen werden.
So geht es:
1. Alle Kinder kauern sich ganz klein auf den Boden zusammen – sie sind jetzt kleine Raupen. Mit den Armen eng am Körper wird ganz langsam über den Boden „gekrabbelt“ (auf allen Vieren, ein kleines Stück im Raum).
2. Auf ein Signal (zum Beispiel ein Klatschen oder ein leises „Sssst“) bleiben alle Raupen stehen und machen sich noch kleiner – sie spinnen sich ein, wie in der Geschichte. Dafür umschlingen sie die Arme um die Knie und bleiben für ein paar ruhige Atemzüge ganz still.
3. Dann kommt das zweite Signal (zum Beispiel eine Triangel, eine Rassel oder ein fröhliches „Jetzt!“) – und alle Kinder dürfen sich langsam aufrichten, die Arme als Flügel ausbreiten und als Schmetterlinge durch den Raum flattern und tanzen, leicht und fröhlich, so lange Musik spielt oder bis ein Zeichen zum Ausruhen gegeben wird.
4. Das Ganze kann zwei- oder dreimal wiederholt werden – jedes Mal mit etwas mehr Schwung beim Flattern.
Das Spiel dauert etwa 5 bis 8 Minuten und lässt sich gut mit ruhiger, dann fröhlicher Musik begleiten.
Die Bastelarbeit: Schmetterling aus Kaffeefiltern
Zum Schluss darf sich jedes Kind seinen eigenen bunten Schmetterling basteln.
Das braucht ihr:
– Runde Kaffeefilter (einer pro Kind)
– Wasserfarben oder dünne Filzstifte in bunten Farben
– Ein wenig Wasser und einen Pinsel
– Eine Wäscheklammer oder einen Pfeifenputzer (Chenilledraht) als „Körper“
– Optional: kleine Wackelaugen und etwas Kleber
So geht es:
1. Jedes Kind bemalt seinen Kaffeefilter großflächig mit Wasserfarben oder Filzstiften – je bunter, desto schöner. Bei Filzstiften hilft ein kleiner Tupfer Wasser mit dem Pinsel, damit die Farben schön verlaufen und ineinander fließen.
2. Den bemalten Filter trocknen lassen (das dauert nur ein paar Minuten).
3. Den trockenen Filter in der Mitte zusammenfalten wie einen Fächer, sodass kleine Falten entstehen.
4. Die gefaltete Mitte mit einer Wäscheklammer zusammenklemmen oder mit einem Pfeifenputzer umwickeln – das wird der Körper des Schmetterlings.
5. Die beiden Filterhälften vorsichtig wieder etwas auffächern, sodass sie wie Flügel aussehen.
6. Wer möchte, klebt noch zwei kleine Wackelaugen auf die Wäscheklammer oder malt ein kleines Gesicht auf den Chenilledraht.
So entsteht für jedes Kind sein ganz eigener, einzigartiger Schmetterling – genau wie in der Geschichte, bunt und einmalig.
Der Abschluss
Zum Ende des Morgenkreises können alle Kinder noch einmal ganz ruhig werden und für einen Moment die Augen schließen. Gemeinsam kann man sich leise vorstellen, wie der eigene gebastelte Schmetterling gleich losfliegen könnte – und sich dabei an etwas erinnern, das an diesem Tag schön war oder noch schön werden könnte. Ein kurzes „Danke für diesen Morgen“ beendet die Runde liebevoll.
Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Flattern, Basteln und Verwandeln – und vielleicht entdeckt ihr dabei, wie viel Schönes manchmal in einem kleinen, stillen Anfang steckt.
Eure Laura