Zum Inhalt springen
Kita-RaumRaum zum Leben. Raum zum Wachsen.
Startseite / Aschermittwoch und Fastenzeit kindgerecht erklärt

Kita-Raum · Ideen & Wissen

Aschermittwoch und Fastenzeit kindgerecht erklärt

Kind pflanzt einen kleinen Samen in die Erde als Sinnbild für die Fastenzeit

Nach den bunten, lauten Wochen rund um Karneval und Fasching wird es plötzlich ruhiger. Für viele Familien beginnt mit dem Aschermittwoch eine ganz andere Zeit: die Fastenzeit. Für Erwachsene ist das oft mit Verzicht verbunden – weniger Süßigkeiten, weniger Handy, mehr Ruhe. Aber was können Kinder im Kita-Alter mit so einer Idee überhaupt anfangen? Mehr, als man zunächst denkt.

Was ist der Aschermittwoch eigentlich?

Der Aschermittwoch ist der Tag, an dem die Fastenzeit beginnt. Früher haben Menschen sich an diesem Tag mit etwas Asche auf der Stirn segnen lassen – ein kleines Zeichen dafür, dass im Leben nicht alles bleibt, wie es ist, und dass ein Neuanfang möglich ist. Man braucht Kindern dafür keine Asche zu erklären. Viel wichtiger ist das Gefühl dahinter: Jetzt kommt eine Zeit, in der wir uns bewusst Zeit nehmen – für uns, für andere, für die kleinen Dinge, die sonst im Alltag untergehen.

Warum verzichten Menschen überhaupt auf etwas?

Kinder kennen Verzicht meist nur als etwas Unangenehmes: „Du darfst das nicht haben.“ Die Fastenzeit meint aber etwas anderes. Es geht nicht darum, dass irgendetwas verboten ist, sondern darum, einmal bewusst auf etwas zu verzichten, um Platz für etwas anderes zu schaffen. Wenn ein Kind einen Tag lang kein Fernsehen schaut, hat es plötzlich Zeit zum Bauen, Malen oder Draußen-Sein. Genau das ist der Kern der Fastenzeit: nicht das Verzichten selbst steht im Mittelpunkt, sondern das, was dadurch Raum bekommt – mehr Ruhe, mehr Aufmerksamkeit füreinander, mehr Zeit für das, was wirklich gut tut.

Ein Bild, das Kinder verstehen: der Samen in der Erde

Besonders gut lässt sich die Fastenzeit mit dem Bild eines Samens erklären. Ein kleiner Samen liegt zunächst still und unsichtbar in der Erde. Von außen passiert scheinbar nichts. Aber unter der Erde wächst in der Stille langsam etwas Neues heran, bis irgentwann ein Keim die Erde durchbricht. Genauso lässt sich die Fastenzeit verstehen: eine ruhige Zeit, in der im Verborgenen etwas wachsen darf, bevor später – an Ostern – die große Freude sichtbar wird. Kinder lieben dieses Bild, weil sie Pflanzen beim Wachsen beobachten können, und es gibt ihnen eine ganz konkrete Vorstellung von etwas, das zunächst abstrakt wirkt.

Kleine Rituale für den Alltag in Familie und Kita

Man braucht für die Fastenzeit keine große Theorie, sondern kleine, wiederholbare Gesten. Ein Glas, in das für jede gute Tat ein Stein oder eine Bohne gelegt wird. Ein gemeinsamer Moment der Stille am Morgen, bevor der Tag losgeht. Oder die einfache Frage am Abend: „Was hat heute gutgetan, ohne dass wir viel dafür gebraucht haben?“ So wird aus einer abstrakten kirchlichen Zeit etwas sehr Greifbares – eine Einladung, langsamer zu werden und genauer hinzuschauen, was im Leben eines Kindes wirklich zählt.

Vielleicht ist das die schönste Botschaft der Fastenzeit für Kinder: dass aus Stille und Geduld etwas Schönes wachsen kann – genau wie bei einem kleinen Samen in der Erde.

Laura

Nach oben scrollen