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(Beispiel-Morgenkreis) „Sankt Martin teilt seinen Mantel“: Ablauf und Material

Im Herbst, wenn es abends früher dunkel wird und die Luft kühler wird, erzählt man sich gern die Geschichte von einem Mann, der seinen warmen Mantel mit einem fremden Menschen geteilt hat. Dieser Morgenkreis-Plan ist als allgemeines Beispiel gedacht, das sich leicht an jede Gruppe und jedes Alter anpassen lässt. Er zeigt Schritt für Schritt, wie ein solcher Morgenkreis aufgebaut sein kann, und welches Material dabei hilft.
Einstieg und Begrüßung
Der Morgenkreis beginnt wie gewohnt: Alle Kinder sitzen im Kreis, vielleicht mit einem bekannten Begrüßungslied oder einem kleinen Ritual. Danach kann eine einfache Frage zum Thema führen, zum Beispiel: „Was macht ihr, wenn es draußen kalt ist?“ Die Kinder erzählen von Jacken, Mützen und warmen Decken – ganz nebenbei entsteht so schon ein Gefühl dafür, wie wichtig Wärme im Winter ist.
Geschichte oder Impuls
Als kleines Material hilft hier ein Stück warmer Stoff oder ein Tuch, das man in die Mitte des Kreises legt. Dann folgt die Geschichte in eigenen, kindgerechten Worten: Ein Mann reitet an einem kalten Tag durch die Stadt und trifft am Tor einen Menschen, der friert und keinen warmen Mantel hat. Ohne lange zu überlegen, teilt er seinen eigenen Mantel in zwei Hälften und gibt eine davon ab. Man muss die Geschichte nicht historisch genau erzählen – wichtig ist der Kerngedanke: Wer etwas hat, kann abgeben, auch wenn es nur die Hälfte ist, und beide haben am Ende etwas Warmes.
Lied oder Bewegung
Nach der Geschichte darf sich die Gruppe bewegen. Eine einfache Idee: Die Kinder tun so, als würden sie durch kalten Wind laufen, frieren und sich dann gegenseitig „warme“ Umarmungen oder ein Tuch reichen. Dazu passt ein bekanntes Laternen- oder Herbstlied. Wer mag, kann als kleines Bastelmaterial Papier, Scheren und bunte Stifte bereitlegen und am Ende der Einheit gemeinsam kleine Laternen oder Mäntel aus Papier gestalten, die man aufhängen kann.
Gespräch mit den Kindern
Jetzt ist Raum für die eigenen Gedanken der Kinder. Man kann fragen: „Hast du schon einmal etwas abgegeben, das dir wichtig war?“ oder „Wie fühlt es sich an, wenn jemand mit dir teilt?“ Manche Kinder erzählen von einem geteilten Pausenbrot, andere von einem Spielzeug, das sie verliehen haben. Es gibt hier keine „richtige“ Antwort – wichtig ist, dass jedes Kind, das möchte, erzählen darf und merkt: Teilen ist etwas, das ich selbst schon kenne.
Abschluss und Ritual
Zum Abschluss eignet sich ein kleines, wiederholbares Ritual, zum Beispiel ein gemeinsamer Satz wie „Was ich habe, darf ich auch abgeben“ oder eine Geste – alle Hände legen sich kurz übereinander wie ein gemeinsamer, warmer Mantel. Wer gebastelt hat, kann die Papierlaternen oder -mäntel als kleines Erinnerungsstück mitnehmen. So bleibt am Ende nicht nur eine Geschichte im Kopf, sondern ein warmes Gefühl: Teilen macht die Welt für alle ein bisschen wärmer.
Dieser Morgenkreis lässt sich leicht kürzen, erweitern oder an das Alter der Kinder anpassen. Wichtig ist nicht, jeden Schritt genau zu befolgen, sondern die Freude am gemeinsamen Teilen und Warmwerden.
Laura