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Der Baum des Lebens: ein Morgenkreis mit Geschichte, Spiel und Basteln

Großer grüner Baum mit vielen Ästen im Sonnenlicht, Symbolbild für den Morgenkreis Baum des Lebens

Ein Morgenkreis vom großen, starken Baum

Habt ihr schon einmal einen richtig alten, großen Baum angeschaut? Mit Wurzeln tief in der Erde, einem dicken Stamm und ganz vielen Ästen, die sich in alle Richtungen ausbreiten? Genau um einen solchen Baum soll es heute im Morgenkreis gehen. Wir hören eine kurze Geschichte, bewegen uns wie der Wind und ein Baum, und basteln am Ende unseren eigenen Baum des Lebens mit vielen bunten Blättern.

Die Geschichte

Mitten in einem großen Garten stand ein Baum. Kein gewöhnlicher Baum – dieser Baum war besonders. Seine Wurzeln reichten tief in die Erde, so tief, dass kein Sturm ihn umwerfen konnte. Sein Stamm war dick und stark, und seine Äste breiteten sich weit aus, wie offene Arme. Vögel bauten in seinen Zweigen ihre Nester, kleine Tiere versteckten sich in seinem Schatten, und Kinder spielten gern unter seinen Blättern.

Eines Tages fragte ein kleiner Vogel den Baum: „Warum stehst du immer noch hier, nach so vielen Jahren, nach so vielen Stürmen?“ Der Baum antwortete leise mit dem Rauschen seiner Blätter: „Weil ich tief verwurzelt bin. Meine Wurzeln trinken Wasser, auch wenn man sie nicht sieht. Und weil ich für andere da bin – für euch Vögel, für die Tiere, für die Kinder, die unter mir Schatten finden.“ So steht der Baum noch heute, Jahr für Jahr, und schenkt Leben, Schutz und Geborgenheit an alle, die zu ihm kommen.

Das Bewegungsspiel: „Wind und Baum“

Dieses Spiel braucht etwas Platz und dauert ungefähr 8 bis 10 Minuten.

So wird gespielt:

1. Alle Kinder stehen verteilt im Raum und sind zunächst „Bäume“: Füße fest auf dem Boden, Arme wie Äste nach oben oder zur Seite ausgestreckt.

2. Die Erwachsene oder der Erwachsene ruft abwechselnd „Leichter Wind!“ oder „Starker Sturm!“. Bei leichtem Wind wiegen sich die Kinder sanft hin und her, ihre „Blätter“ (Hände) zittern leicht. Bei starkem Sturm bewegen sie sich stärker, bleiben aber mit den Füßen fest stehen – wie ein Baum, der tief verwurzelt ist und nicht umfällt.

3. Ruft jemand „Stille!“, werden alle ganz ruhig und reglos, wie ein Baum an einem windstillen Tag.

4. Zur Abwechslung dürfen zwei oder drei Kinder zu „Vögeln“ werden, die zwischen den Bäumen hindurchfliegen und sich kurz in den „Ästen“ (Armen) ausruhen dürfen.

Das Spiel lässt sich beliebig oft wiederholen und mit Musik begleiten.

Die Bastelarbeit: Baum-Collage mit Fingerabdruck-Blättern

Das braucht ihr:

Ein großes Stück Papier oder Tonkarton (am besten hellblau oder weiß), braune Fingerfarbe oder brauner Wasserfarbkasten, grüne, gelbe, rote und orange Fingerfarbe, ein Pinsel für den Stamm, feuchte Tücher zum Abwischen der Finger.

So wird gebastelt:

1. Zuerst malt jedes Kind – oder die Erzieherin vor – mit braunem Pinsel oder brauner Farbe einen Baumstamm mit ein paar großen Ästen auf das Papier.

2. Dann tauchen die Kinder ihre Finger in die grüne, gelbe, rote oder orange Farbe und drücken viele kleine Fingerabdrücke als Blätter auf die Äste. Je mehr Finger und Farben mitmachen, desto voller und bunter wird die Baumkrone.

3. Wer möchte, kann zusätzlich kleine Vögel oder Herzen zwischen die Blätter malen.

4. Zum Schluss trocknen lassen – fertig ist der eigene Baum des Lebens, der gut sichtbar aufgehängt werden kann.

Der Abschluss

Zum Abschluss des Morgenkreises können sich alle Kinder noch einmal kurz wie ein Baum hinstellen, tief einatmen und ausatmen – ruhig und fest verwurzelt. Vielleicht sagt jeder noch einen Satz dazu, wofür oder für wen er heute „ein Ast“ sein möchte, also für wen er heute etwas Gutes tun will.

Ich wünsche euch einen schönen, starken Morgenkreis – fest verwurzelt und mit vielen bunten Blättern.

Eure Laura

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