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Der gute Hirte und die Schafe: ein Morgenkreis mit Geschichte, Spiel und Basteln

Eine Herde Schafe grast gemeinsam auf einer grünen Weide

Ein Morgenkreis vom guten Hirten

Kennst du das Gefühl, wenn jemand aufpasst, dass du nicht verloren gehst? Genau darum geht es heute in unserem Morgenkreis: um einen Hirten, der seine Schafe liebt, und um die Frage, wie gut es sich anfühlt, wenn man weiß, dass jemand nach einem sucht. Eine schöne, ruhige Geschichte, eine bewegte Spielrunde und eine kleine Bastelarbeit machen aus diesem Thema einen runden Start in den Tag.

Die Geschichte

Vor langer Zeit lebte ein Hirte, der eine ganze Herde Schafe hatte. Jeden Morgen führte er sie auf die grüne Weide, wo saftiges Gras wuchs, und jeden Abend brachte er sie sicher nach Hause. Der Hirte kannte jedes einzelne Schaf. Er wusste, welches gerne vorneweg lief, welches müde wurde und welches am liebsten in der Nähe der anderen blieb.

Eines Tages fehlte plötzlich ein Schaf. Es hatte eine besonders saftige Blume am Wegrand entdeckt, war ihr gefolgt und hatte dabei die anderen aus den Augen verloren. Als der Hirte merkte, dass eines fehlte, machte er sich sofort auf die Suche. Er fragte nicht: „Na und, ich habe doch noch so viele andere.“ Er suchte, bis er das kleine Schaf fand, zwischen Steinen und Büschen, müde und allein. Vorsichtig nahm er es auf die Arme und trug es zurück zur Herde. Und alle freuten sich, dass es wieder da war.

Diese Geschichte erzählt uns: Wer sich verirrt, wird nicht einfach vergessen. Jemand macht sich auf den Weg und sucht – weil jedes einzelne Schaf wichtig ist.

Das Bewegungsspiel: „Der Hirte sucht sein Schaf“

Dieses Spiel braucht ein bisschen Platz und macht großen Spaß.

So wird gespielt:

1. Alle Kinder setzen sich in einen Kreis. Ein Kind wird zum „Hirten“ bestimmt und geht für einen kurzen Moment vor die Tür oder dreht sich um und schließt die Augen.

2. In der Zwischenzeit wird leise ein Kind als „verirrtes Schaf“ ausgewählt. Dieses Kind versteckt sich (gut sichtbar, zum Beispiel hinter einem Stuhl oder einer Ecke im Raum) oder setzt sich einfach woanders hin, als es vorher war.

3. Der Hirte kommt zurück in den Kreis und muss herausfinden, welches Schaf fehlt. Dabei darf er sich die anderen Kinder genau ansehen und überlegen.

4. Hat der Hirte das fehlende Schaf erraten, geht er los, um es zu „finden“ und führt es an der Hand zurück in den Kreis. Alle klatschen und rufen: „Das Schaf ist wieder da!“

5. Danach wird ein neues Kind zum Hirten – so kommen mehrere Kinder dran.

Das Spiel dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten, je nachdem, wie viele Runden gespielt werden. Es eignet sich gut, um das Gefühl von Suchen und Gefunden-Werden spielerisch zu erleben.

Die Bastelarbeit: Schaf aus Watte

Das braucht ihr:

Weißes Tonpapier oder festen Karton, einen Bleistift, Klebstoff, weiße Watte (Watte-Bäusche oder Wattepads), schwarzes Tonpapier für Ohren und Beine, schwarzen Fineliner oder einen Wackelaugen-Aufkleber für die Augen, eine Schere.

So geht’s, Schritt für Schritt:

1. Auf das weiße Tonpapier die Form eines Schaf-Körpers (ein längliches Oval) aufmalen oder bereits vorzeichnen, damit die Kinder es gut ausschneiden können.

2. Die Form ausschneiden – kleinere Kinder dürfen hier gerne Hilfe bekommen.

3. Aus dem schwarzen Tonpapier vier schmale Streifen als Beine und zwei kleine Ovale als Ohren ausschneiden und aufkleben.

4. Nun kommt der schönste Teil: Kleine Wattebäusche werden mit Klebstoff bestrichen und dicht an dicht auf den Körper des Schafs geklebt, bis die ganze Fläche schön kuschelig aussieht.

5. Zum Schluss die Augen aufmalen oder aufkleben – und schon blickt ein flauschiges Schaf von eurem Bild zurück.

Diese Bastelarbeit lässt sich gut in Ruhe machen, während nebenbei noch einmal über die Geschichte vom Hirten gesprochen werden kann. Die fertigen Schafe können zum Beispiel an eine Wand gehängt werden, sodass am Ende eine ganze gebastelte Herde entsteht.

Der Abschluss

Zum Ende des Morgenkreises könnt ihr euch noch einmal alle an den Händen fassen und gemeinsam sagen: „Keiner geht verloren, jeder ist wichtig – auch ich.“ Ein ruhiger Moment der Stille, bevor der Tag weitergeht, passt wunderbar dazu.

Ich hoffe, diese Geschichte vom guten Hirten bringt Wärme in euren Morgenkreis – und am Ende hängt vielleicht eine ganze flauschige Schafherde an eurer Wand.

Eure Laura

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