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Partizipation im Kita-Alltag: Wenn Kinder mitentscheiden dürfen

Kinder im Kindergarten sitzen im Kreis und dürfen mitentscheiden

„Sollen wir heute im Garten spielen oder lieber malen?“ Eine einfache Frage, die wir den Kindern in unserer Kita immer wieder stellen. Und jedes Mal passiert etwas Schönes: Die Kinder überlegen, diskutieren, manchmal streiten sie kurz – und am Ende steht eine gemeinsame Entscheidung. Das nennt man Partizipation, und für uns gehört sie fest zum Alltag.

Was Partizipation eigentlich bedeutet

Partizipation klingt erstmal nach einem großen, kompliziertem Wort. Dahinter steckt aber etwas ganz Einfaches: Kinder dürfen bei Dingen mitreden und mitentscheiden, die sie selbst betreffen. Das heißt nicht, dass Kinder alles bestimmen – natürlich gibt es Regeln, Zeiten und Grenzen, die wir als Erwachsene vorgeben. Aber innerhalb dieses Rahmens gibt es viele kleine und große Stellen, an denen Kinder eine echte Stimme haben dürfen.

Wie das bei uns aussieht

Mitbestimmung fängt bei uns oft ganz klein an. Welches Buch wird heute beim Morgenkreis vorgelesen? Wer darf als Erstes mit dem neuen Spielzeug spielen, und wie lösen wir das fair? Soll der Ausflug zum Spielplatz oder in den Wald gehen? Bei solchen Fragen lassen wir die Kinder abstimmen, diskutieren oder sich einigen. Manchmal dauert das länger, als wenn wir einfach selbst entscheiden würden. Aber genau dieser Prozess ist wertvoll.

Auch bei der Gestaltung der Gruppenräume beziehen wir die Kinder ein: Wo soll die Kuschelecke stehen? Welche Bilder hängen an der Wand? Es sind kleine Entscheidungen, aber für die Kinder fühlen sie sich groß an – weil sie merken: Meine Meinung zählt hier wirklich.

Warum das den Kindern guttut

Kinder, die früh erfahren, dass ihre Meinung gehört wird, entwickeln mehr Selbstvertrauen. Sie lernen, eigene Wünsche in Worte zu fassen, anderen zuzuhören und gemeinsam zu einer Lösung zu kommen – eine Fähigkeit, die im späteren Leben in der Schule, im Beruf und im Zusammenleben mit anderen Menschen unglaublich wichtig ist. Wer als Kind erlebt hat, dass Beteiligung möglich ist, traut sich auch später eher, die eigene Stimme zu erheben.

Gleichzeitig lernen Kinder dabei auch etwas über Grenzen: Nicht jeder Wunsch kann sofort erfüllt werden, und manchmal setzt sich die Mehrheit durch, obwohl man selbst anders wollte. Auch das ist eine wichtige Erfahrung – fair verlieren zu können, gehört zum Leben in einer Gemeinschaft dazu.

Eine Haltung, keine Checkliste

Partizipation ist für uns kein festes Programm, das wir einmal in der Woche abhaken. Es ist eine Grundhaltung, die uns im ganzen Tag begleitet: Bevor wir für Kinder entscheiden, fragen wir uns – können wir sie hier nicht auch fragen? Oft ist die Antwort ja. Und dann entsteht genau der Raum, von dem wir bei Kita Raum so gerne sprechen: ein Raum, in dem Kinder mitgestalten dürfen, was ihr Alltag ist.

Kinder, die mitentscheiden dürfen, wachsen mit dem guten Gefühl auf, gehört zu werden. Und genau dieses Gefühl möchten wir jeden Tag ein Stück weitergeben.

Eure Laura

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