
Viele Eltern wundern sich: Das Baby-Alter ist längst vorbei, die Zähne sind fast alle da – und trotzdem sabbert das Kind noch, manchmal sogar mit 4 Jahren. Keine Sorge, das ist häufiger, als man denkt, und in den meisten Fällen völlig normal. Hier ein paar Erklärungen, die Eltern beruhigen können.
Speichel ist eigentlich etwas Gutes
Speichel hat wichtige Aufgaben: Er hilft beim Kauen und Schlucken, schützt die Zähne und reinigt den Mund. Kinder produzieren manchmal einfach mehr Speichel, als sie in dem Moment schlucken. Das ist kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft – es bedeutet nur, dass der Körper gerade fleißig arbeitet.
Die Muskeln brauchen noch Übung
Um Speichel zuverlässig zu schlucken und die Lippen geschlossen zu halten, braucht es eine gute Kontrolle über die Mund- und Gesichtsmuskulatur. Diese Fähigkeit entwickelt sich bei jedem Kind unterschiedlich schnell. Manche Kinder haben mit 4 Jahren einfach noch nicht die volle Muskelkontrolle, die andere Kinder schon früher erreichen – ähnlich wie beim Laufenlernen dauert auch das bei jedem Kind unterschiedlich lange.
Konzentration und Ablenkung spielen eine Rolle
Vielen Kindern läuft besonders dann Speichel aus dem Mund, wenn sie tief in ein Spiel oder eine Beschäftigung vertieft sind – etwa beim Malen, Bauen oder beim genauen Beobachten von etwas Spannendem. In solchen Momenten wird das Schlucken einfach vergessen, weil die Aufmerksamkeit ganz woanders ist. Das legt sich meist von selbst, sobald das Kind älter wird und mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten kann.
Wann ein Blick zum Arzt sinnvoll ist
In den allermeisten Fällen ist gelegentliches Sabbern bei 4-Jährigen kein Grund zur Sorge. Falls es aber sehr ausgeprägt ist, sich der Mund auffällig oft entzündet, oder wenn zusätzlich Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen oder Schlucken auffallen, kann ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt helfen, andere Ursachen auszuschließen. Meistens reicht aber schon etwas Geduld – die Muskulatur reift nach.
Was wir in der Kita dazu sagen
Wir erleben es immer wieder: Kinder entwickeln sich in ihrem eigenen Tempo, und das gilt auch für so kleine Dinge wie das Schlucken von Speichel. Statt ein Kind ständig darauf hinzuweisen, achten wir eher darauf, in ruhigen Momenten spielerisch am Mundschluss zu arbeiten, zum Beispiel beim Pusten von Seifenblasen oder beim Trinken durch einen Strohhalm. Das macht Spaß und trainiert nebenbei genau die Muskeln, die dabei helfen.
Dieser Beitrag ist Teil unserer Blog-Reihe, in der wir Einblicke in unseren Alltag, unsere Werte und unsere pädagogische Arbeit teilen.
Laura
