Warum wir als Team selbst „Raum“ brauchen

Warum wir als Team selbst Raum brauchen

Wenn wir über „Raum für…“ sprechen, denken wir meistens zuerst an die Kinder. Raum für Entwicklung, Raum für Beziehung, Raum zum Spielen und Ausprobieren. Das ist auch richtig so – darum geht es in unserer Arbeit jeden Tag. Aber es gibt noch eine Seite, über die seltener gesprochen wird: Auch wir als Team brauchen Raum. Raum zum Durchatmen, zum Austausch, zum einfach mal Mensch sein dürfen.

Ein Kita-Tag ist voll – für alle

Wer selbst mal einen Vormittag in einer Kindergruppe verbracht hat, weiß: Es ist laut, es ist lebendig, und es passiert ständig etwas. Ein Kind braucht Trost, ein anderes will unbedingt zeigen, was es gebaut hat, dazwischen klingelt es an der Tür, und nebenbei soll noch das Mittagessen vorbereitet werden. Das ist wunderschön und anstrengend zugleich. Erzieherinnen und Erzieher geben in diesen Stunden viel von sich – Aufmerksamkeit, Geduld, Nähe. Und wer ständig gibt, braucht irgendwann auch wieder etwas zurück.

Warum Pausen mehr sind als eine Kaffeepause

Eine ruhige Minute mit einer Tasse Tee in der Küche, ein kurzes Gespräch mit einer Kollegin zwischen Tür und Angel, ein Lachen über eine witzige Situation vom Vormittag – solche kleinen Momente wirken unscheinbar, sind aber enorm wichtig. Sie geben Kraft für den Rest des Tages. Deshalb versuchen wir bewusst, im Alltag Platz für solche Pausen zu schaffen, auch wenn der Tagesablauf voll ist. Ein Team, das gut für sich selbst sorgt, kann auch besser für die Kinder da sein.

Austausch, der trägt

Neben den kurzen Momenten zwischendurch brauchen wir als Team auch feste Zeiten, in denen wir uns wirklich austauschen können. In unseren Teambesprechungen sprechen wir nicht nur über Organisatorisches, sondern auch darüber, wie es uns selbst gerade geht, was uns beschäftigt, was uns Sorgen macht oder was uns gerade besonders gefreut hat. Es hilft ungemein zu wissen, dass man mit einer schwierigen Situation nicht allein dasteht, sondern dass Kolleginnen und Kollegen zuhören und mitdenken.

Was Erwachsene den Kindern vorleben

Kinder spüren sehr genau, wie es den Erwachsenen um sie herum geht. Ein Team, das erschöpft und ausgelaugt ist, kann auf Dauer nicht die Ruhe und Geduld ausstrahlen, die Kinder brauchen. Wenn wir uns dagegen gegenseitig unterstützen, aufeinander achten und uns die nötigen Pausen gönnen, spüren die Kinder auch das – eine Atmosphäre, in der alle, groß und klein, gut aufgehoben sind. So gesehen ist die Fürsorge für das Team keine Nebensache, sondern ein wichtiger Teil guter pädagogischer Arbeit.

Wir sind dankbar für ein Team, das sich gegenseitig trägt – und lernen jeden Tag ein bisschen mehr, wie wichtig es ist, auch für uns selbst Raum zu schaffen.
Laura

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