Kommunikation auf Augenhöhe – mit Kindern sprechen, nicht über sie

Kommunikation auf Augenhöhe – mit Kindern sprechen, nicht über sie

Stellt euch vor, jemand Großes steht vor euch und redet von oben herab auf euch ein, während ihr selbst ganz klein seid. Genau so fühlt es sich für ein Kind oft an, wenn wir Erwachsenen im Stehen mit ihm sprechen. Kommunikation auf Augenhöhe beginnt nicht bei den Worten – sie beginnt bei der Körperhaltung.

Was „Augenhöhe“ wirklich bedeutet

Sich zum Kind runterzubeugen oder sich neben es zu setzen, ist mehr als eine nette Geste. Es zeigt dem Kind: Ich nehme dir gerade meine volle Aufmerksamkeit. Wenn wir uns bücken, verändert sich auch unser Ton – wir sprechen automatisch ruhiger und direkter, statt über den Kopf des Kindes hinweg quer durch den Raum zu rufen.

Mit Kindern sprechen, nicht über sie

Oft passiert es ganz nebenbei: Eltern und Erzieher*innen unterhalten sich über ein Kind, während es direkt daneben steht – als könnte es nicht hören oder verstehen. Dabei merken Kinder sehr genau, wenn über sie geredet wird, statt mit ihnen. Wir versuchen deshalb, das Kind direkt anzusprechen, auch bei Themen, die es selbst betreffen: „Du warst heute traurig, als Mama gegangen ist“ statt „Sie war heute wieder traurig beim Abschied“.

Wie das im Alltag aussehen kann

Das muss gar nicht kompliziert sein. Ein paar kleine Dinge machen schon einen großen Unterschied:

Sich hinknien oder hinsetzen, bevor man etwas Wichtiges sagt. Kurze, klare Sätze statt langer Erklärungen. Dem Kind Zeit zum Antworten lassen, auch wenn es etwas länger dauert. Und wirklich zuhören, statt schon an die nächste Aufgabe zu denken, während das Kind spricht.

Was Kinder dadurch lernen

Kinder, die auf Augenhöhe angesprochen werden, lernen etwas sehr Wichtiges: Ihre Worte und Gefühle zählen. Das stärkt nicht nur das Vertrauen zwischen Kind und Erwachsenem, sondern auch das Selbstbewusstsein des Kindes selbst. Und ganz nebenbei macht es das Miteinander im Alltag oft auch für uns Erwachsene entspannter – ein Gespräch auf Augenhöhe führt selten zu Machtkämpfen.

Manchmal reicht es schon, sich einfach hinzuknien. Der Rest ergibt sich fast von selbst.
Laura

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