
Bevor ein Kind läuft, robbt, rutscht oder krabbelt es meistens. Für viele Eltern ist das Krabbeln ein niedlicher Zwischenschritt, den man kaum beachtet – Hauptsache, das Kind läuft irgendwann. Dabei steckt im Krabbeln erstaunlich viel drin, und es lohnt sich, genauer hinzuschauen, warum diese Phase so wertvoll ist.
Was beim Krabbeln wirklich trainiert wird
Krabbeln ist mehr als Fortbewegung auf allen vieren. Damit ein Baby krabbeln kann, müssen Arme und Beine gegengleich zusammenarbeiten, der Kopf muss stabil gehalten werden, und beide Gehirnhälften müssen sich abstimmen. Diese sogenannte Überkreuzkoordination ist eine wichtige Grundlage für spätere Bewegungen – und auch für Fähigkeiten, die auf den ersten Blick nichts mit Bewegung zu tun haben, etwa später beim Schreibenlernen.
Wenn ein Kind das Krabbeln überspringt
Manche Kinder krabbeln monatelang durch die Wohnung, andere robben, rutschen auf dem Popo oder stehen fast direkt auf und laufen los, ohne je richtig zu krabbeln. Beides ist normal. Es gibt keinen Grund zur Sorge, wenn ein Kind einen anderen Weg zur Fortbewegung findet – jedes Kind sucht sich die Strategie, die zu seinem Körper und seinem Tempo passt. Wichtig ist nicht der genaue Ablauf, sondern dass sich das Kind insgesamt aktiv und mit Freude bewegt.
Wie wir das Krabbeln bei uns unterstützen
Bei den Kleinsten schaffen wir bewusst Freiräume auf dem Boden: weiche Unterlagen, wenig einengende Kleidung, genug Zeit zum Ausprobieren, statt Babys viel in Sitzschalen oder Wippen zu setzen. Auch interessante Gegenstände, die ein kleines Stück entfernt liegen, laden zum Robben und Krabbeln ein – die Neugier ist oft der beste Motivator, der eigene Körper wird dabei ganz nebenbei trainiert.
Was Eltern zu Hause tun können
Auch zu Hause hilft es, dem Baby viel Bodenzeit auf einer sicheren, freien Fläche zu geben, statt es viel zu tragen oder in Geräte zu setzen. Bauchlage von Anfang an (natürlich unter Aufsicht) stärkt die Muskeln, die später fürs Krabbeln gebraucht werden. Und wenn das Baby lieber einen ganz eigenen Weg der Fortbewegung wählt: Vertrauen ist hier meist die beste Begleitung.
Ob krabbelnd, robbend oder rutschend – jeder Weg, den ein Kind sich selbst erobert, ist genau der richtige für dieses Kind.
Laura
