
Ein Biss tut weh – dem betroffenen Kind körperlich, und oft auch den Eltern und Erzieher*innen emotional. Beißen gehört trotzdem zu den Verhaltensweisen, die im Kleinkindalter immer wieder vorkommen. Es hilft, genauer hinzuschauen, warum das passiert, statt nur zu reagieren.
Warum kleine Kinder beißen
Beißen ist selten „böse“ gemeint. Oft steckt Frustration dahinter, Überforderung, Zahnen, oder einfach das Fehlen von Worten für starke Gefühle. Manche Kinder beißen auch aus Übermut oder um zu testen, was passiert. Die Sprache fürs eigene Gefühl fehlt noch – der Körper „spricht“ dann für sie.
Wie wir im Moment reagieren
Ruhig, aber klar: „Beißen tut weh, das mache ich nicht mit dir.“ Wir kümmern uns zuerst um das gebissene Kind, damit das beißende Kind sieht, dass diese Reaktion ernst gemeint ist. Vorwürfe oder Beschämung helfen dabei nicht – sie verstehen das Verhalten noch nicht als „falsch“, sondern lernen gerade erst, es einzuordnen.
Was langfristig hilft
Wir schauen genau hin: Gibt es ein Muster? Passiert es bei Müdigkeit, in vollen Räumen, bei bestimmten Kindern? So lässt sich oft vorbeugen. Gleichzeitig üben wir mit den Kindern Worte für ihre Gefühle – „Ich bin wütend“ statt Beißen – Schritt für Schritt.
Ein Wort an betroffene Eltern
Ob euer Kind gebissen wurde oder selbst gebissen hat: Beides ist kein Grund zur Sorge um die Entwicklung eures Kindes. Es ist eine Entwicklungsphase, die die meisten Kinder durchlaufen und aus der sie mit unserer Begleitung herauswachsen.
Beißen ist kein Charakterzug, sondern eine Phase – mit Geduld und klaren Grenzen geht sie vorbei.
Laura
